Wer war´s?! – Spannende Krimiproduktion am Mauri

Mit engagierten jungen Schauspielern, mitfieberndem Publikum und Szenenapplaus ging die Premiere des Kinderkrimis „Die wilde Bande sucht den Mörder“ am Montag, 04.02. ab 18 Uhr in der Aula des Mauritius-Gymnasiums über die Bühne.

Zu Beginn des Abends begrüßte Schulleiter Franz-Josef Drüppel das Publikum und die Theater-AG am Mauritius-Gymnasium, deren Ambition es ist, klassen-, jahrgangsstufen- und schulübergreifend Schülerinnen und Schüler für die Theater-Arbeit zu begeistern. Veranstaltet, organisiert und finanziert wird diese Arbeit durch die Stiftung magis.

In insgesamt 4 Vorstellungen wurde der Fall aufgerollt. An der Mördersuche war auch das Publikum beteiligt, und wer aufmerksam die Handlung verfolgte und kombinierte, konnte Hinweise erhalten. Dennoch kamen die Zuschauer am Ende des Stückes nicht auf ein einheitliches Ergebnis. War der Mörder wie immer der Gärtner (Nele Schäfers)?! Auch Frau Krause (Jana Pauls) verhielt sich verdächtig – war sie es?! Womöglich hatte die Köchin (Ronja Graunke, LFG) das arme Opfer auf dem Gewissen? Oder doch der scheinbar respektable Herr Behm (Cedric Hillebrand)?

In den letzten beiden Jahren wurden bereits unter der künstlerischen Leitung von Dr. Henrik Fockel (Trotz-alledem-Theater, Bielefeld) die Produktionen „Das Vermächtnis von Lutopia“, ein von den Schülerinnen und Schülern selbst geschriebenes Märchen, und das eher selbstironische Stück „Von elf bis zwölf Theater-AG“ von Georg Neugart realisiert. Zwar wurden diese Stücke vor allem der Schulöffentlichkeit des Mauritus-Gymnasiums präsentiert, darüber hinaus aber wurden auch Aufführungen für Grundschulen in Büren angeboten – stets unter dem Motto „Schüler spielen Theater für Schüler“.

An der diesjährigen Arbeit der Theater-AG sind Schülerinnen und Schüler der Klassen 6-8 des Mauritius-Gymnasiums und des Liebfrauengymnasiums beteiligt. Einige von ihnen wirken schon im zweiten und dritten Jahr mit, haben erste Bühnenerfahrungen gesammelt und sich bereits ihre Sporen in den vergangenen Inszenierungen verdient.

Diesmal begann der Probenprozess für die aktuelle Produktion „Die wilde Bande sucht den Mörder“ von Silke Ahrens-Rapude im Februar 2018. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Auswahl aus einer Vielzahl an Stücken und entschieden sich gemeinsam, diesmal einen Krimi mit einer spannenden Mördersuche spielen zu wollen. Unabhängig davon, ob nun Leichen oder Mörder gespielt werden wollten, hat sich die Theater AG das Ziel gesetzt, einerseits schauspielerische Grundtechniken zu erlernen, aber auch das Gemeinschaftsgefühl und den Team-Geist zu aktivieren: soziale Kompetenz soll vermittelt werden, das gemeinsame Projekt, das Erreichen eines Ziels.

Nicht etwa die Regie steht hierbei im Mittelpunkt; vielmehr sollen die Mitglieder der Theater-AG wissen, dass es ‚ihr‘ Stück ist, das sie gemeinsam auf die Bühne bringen; bei den Proben gingen dabei Erfolgserlebnisse und Momente des Nicht-Funktionierens Hand in Hand. Die Schülerinnen und Schüler wuchsen mit den Erfahrungen der letzten beiden Jahre – auch in ihrer Persönlichkeitsbildung. Genauso lernten sie aus den Spielfehlern des Vorjahres: Text-Ungenauigkeiten, vergessene Requisiten, unerwartete Situationen und die Fähigkeit des Improvisierens waren Erfahrungen, die in diesem Jahr neu eingebracht wurden.

Überraschend war jedesmal die kreative Kraft und Phantasie aller Beteiligten und ihre hohe Mitmachbereitschaft; diese musste indes auch in Form gebracht werden: Handwerk ist der Schlüssel für jegliche Theater-Arbeit. Es mussten Körpersprache und Artikulation eingeübt werden, was für die ‚Neulinge‘ nicht immer ganz einfach war: denn für die jüngeren Schülerinnen und Schüler galt es im vergangenen Jahr, zunächst einmal auf Tuchfühlung zu gehen mit handwerklichen Techniken: das Auswendiglernen von Texten, das Einüben und Einhalten von Körperhaltungen und die richtig artikulierte und vor allem langsame Aussprache mussten bisweilen sehr konzentriert erlernt werden. Wiederkehrende Impulse wie „langsam spielen“, „keinen Rücken machen“, gingen genauso in die Runde wie sprachliche Korrekturen: zum Beispiel „ist es“ statt „isses“…

Obwohl man am Freitag nach der sechsten Stunde ins Wochenende hätte gehen können, waren die Beteiligten bereit, oft frustrierende Wartezeiten in Kauf zu nehmen, nämlich Probentermine, an denen man nicht ‚dran‘ war. Dennoch war die Leidenschaft enorm hoch: eine gemeinsame Aufführung über ein Jahr zu planen, hat allen Mitgliedern der Theater-AG viel Freizeit gekostet, Opferbereitschaft und Geduld abverlangt. Nicht zuletzt wurden nach den Proben fingerfertig bis in die Abende Ideen und Nachrichten in der gemeinsamen Whatsapp-Gruppe ausgetauscht.

Und doch… dieses Kompliment dürfen sich alle Mitwirkenden ans Revers heften: es wurde von ihnen allen über ein Jahr lang gemeinschaftlich ein Projekt gehievt, gestemmt und auf die Bühne gebracht!

Bericht: Dr. Hendrik Fockel / Elisabeth Karner

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