„Wir sind dann mal weg“ – Mauris pilgern auf dem Jakobsweg

Auch dieses Jahr machten sich über das Fronleichnamswochenende vom 31.05.-05.06.2018 wieder 23 Mauritianerinnen und Mauritianer aus der Oberstufe auf, um zusammen mit Herrn Schmidt und Frau Hilleke auf dem Jakobsweg zu pilgern und die Etappen aus den vorherigen Jahren fortzusetzen. Dabei mussten auch auf der 5. Etappe, die dieses Jahr von Lindau bis nach Fischingen (CH) führte, wieder zahlreiche Kilometer bewältigt werden.

Nachdem der Europarat 1987 dazu aufgerufen hatte, „Jakobswege“ neu zu beleben, rückte das Jahrhunderte alte und teilweise schon fast vergessene Wegenetz der Jakobspilger-Wege in Europa über die Jahre hinweg verstärkt in das Blickfeld verschiedener Institutionen, so auch unserer Schule. Nicht zuletzt hat auch der „Hape-Effekt“ seinen Teil dazu beigetragen, dass das Pilgern und der Jakobsweg immer attraktiver wurden, so dass auch das Mauri vor einigen Jahren ihre Reise auf dieser Pilgerroute antrat.

Zu Beginn der diesjährigen Etappe gab es eine kleine Einsegnungsfeier in der Pfarrkirche in Büren, wobei die Jakobsmuscheln und Pilgerpässe überreicht wurden. Danach ging es mit „Sack und Pack“ per Bus Richtung Lindau, wo die diesjährige Pilgeretappe startete.

Neben einer teils kräftezehrenden aber auch eindrucksvollen Tour durch die malerische Bodenseelandschaft boten tägliche religiöse Morgenimpulse, einige „Meditationsrunden“ und viele Gespräche die Möglichkeit zum Innehalten und Reflektieren – aber auch der Spaß durfte nicht zu kurz kommen: Es wurde viel gesungen, zusammen gelacht, und falls es irgendwelche Probleme gab wurden diese zusammen gelöst und keiner im Stich gelassen.

Trotz oder gerade wegen des ein oder anderen berüchtigten Schlenkers des Reiseleiters waren viele Schüler bereits zum wiederholten Mal dabei. Während die einen gerade erst ihren Abistress hinter sich gebracht hatten, wollten die anderen einfach mal eine Auszeit vom Alltag.

Neben den gewöhnlichen Jugendherbergen hatten die Schüler zudem auch mal die Chance auf einem Erlebnisbauernhof, in einer Pilgerunterkunft oder einem Kloster zu übernachten.            Außerdem bot sich die Möglichkeit, in dem erfrischenden Wasser des Bodensees zu schwimmen und die lahmen Füße zu kühlen. Die vielen Blasen und Schmerzen waren die Erfahrungen aber auf jeden Fall wert, so der allgemeine Tenor der Schülerinnen und Schüler.

Highlights dieser Etappe dürften vor allem die zahlreichen Sehenswürdigkeiten gewesen sein, wie die Seepromenade in Lindau vor der aufragenden Kulisse der Alpen oder die Schlösser und Weinberge in Meersburg – ein Städtchen, das sich mit seinen zauberhaften Ein- und Ausblicken als ein Museum früherer Zeiten präsentiert. Aber auch Zeit zum Besichtigen von Konstanz, der größten und ältesten Bodenseestadt, blieb den Schülern nicht verwehrt.

Die diesjährige Etappe ließen die Pilgerer dann schließlich mit einem kleinen Gottesdienst in der St. Ida-Kapelle im Kloster Fischingen ausklingen, um anschließend um einige persönliche Erfahrungen und Einsichten reicher die Heimreise mit dem Bus ins Bürener Land anzutreten. Obwohl es nun zurück in den Alltag ging, herrschte vor allem Dankbarkeit für die erfahrene Gemeinschaft und diese besondere Gelegenheit vor.

Auch dieses Jahr war es also wieder eine aufregende Pilgerfahrt, die die ganze Gemeinschaft noch stärker zusammenwachsen ließ und auf jeden Fall wiederholt werden sollte, weshalb der Großteil der Schüler auch jetzt schon zugesagt hat, nächstes Jahr wieder mitzufahren… und mit motivierten Schülern und Lehrern wird sich hoffentlich auch diese Tradition halten und nächstes Jahr eine neue Gruppe den Weg Richtung Santiago de Compostela fortsetzen können.

Ein herzliches Dankeschön geht zudem noch an das Erzbistum Paderborn und die MAGIS-Stiftung, die diese besondere Wanderung gefördert und bezuschusst und somit auch erst ermöglicht haben.

(Annika Mehring, Q1)

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